Der Mensch. Der Fluss. Malerei aus den Donauländern

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Eröffnung der ersten Ausstellungsstation am 13. Oktober 2011, 19.30 Uhr im Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis, Amt Hoptbühl 2, 78048 Villingen-Schwenningen

 

 

Die Idee

Das Konzept des Projektes „Der Mensch. Der Fluss.“ wagt eine einzigartige Symbiose der bildenden Kunst mit der Geschichte und den Mythen des Donaustromes. Das Kunstprojekt will reale und ideolo-gische Entfernungen überwinden und entfernte Länder und verschiedene Kulturen verbinden. Künstler aus den Ländern von der Quelle bis zur Mündung wurden aufgefordert, ihre Sicht des königlichen Flusses auf Tafelbildern zu verewigen. Die Ausstellungsinitiatoren vertrauen dabei der ästhetischen und kognitiven Stabilität des Tafelbildes: Malerei ist Ausdrucksform und Bilder sind „Lebenszeichen“. Das Menschenbild, die Befindlichkeit des Menschen, sind zentraler Gegenstand der Ausstellungsrei-he. Im Ergebnis entstand eine einzigartige Sicht von jungen Kunstschaffenden auf den Fluss und sei-ne Menschen. Diese Sicht ist immer ganz individuell, der Erlebniswelt des jeweiligen Malers verpflich-tet und zugleich immer ein besonderer Blick des vertretenen Landes. Die Kunst wird so "Katalysator für den gesellschaftlichen Austausch und die gutnachbarschaftliche Zusammenarbeit".


Kuratoren, Künstler und Werke

Die Ausstellung richtet sich an junge bildende Künstler aus den Donauländern, die mit dem Projekt ein neues Forum erhalten, ihre Werke international vorzustellen und in kreative Interaktion zu treten. Die Auswahl der Künstler übernahmen Kunsthistoriker oder selbst künstlerisch Tätige aus den Donaulän-dern. Sie benannten jeweils zwei Kreative ihres Landes, die das Schaffen der Generation der heute um die 30/40-jährigen qualitätsvoll repräsentieren und die ihre Arbeit mit dem Thema der Ausstellung „Der Mensch. Der Fluss.“ verbinden können und wollen.
„Der Mensch. Der Fluss.“ werden direkt, aber auch im übertragenen Sinn thematisiert. Die Donau selbst und damit die Kraft und die Poesie der Natur, sind Inhalt der Bilder von Pavol Stručka und Jozef Srna aus der Slowakei und von Daniel Sigloch aus Deutschland. Alle drei Maler konzentrieren sich auf die reine Landschaft, zeigen sie menschenleer und frei von Zeugnissen kulturellen Eingriffs. Die Künstler lösen ihre Donaudarstellungen damit von jedem direkten zeitlichen Bezug und vermitteln mit großer malerischer Delikatesse Stimmungen. Der Süddeutsche Daniel Sigloch lokalisiert seine Landschaft im Titel Landschaft um Obermarchtal, also nach Baden-Württemberg. Es handelt sich hier je-doch keineswegs um ein naturgetreues Abbild. Der Künstler arbeitet zwar mit Fotografie, was lange für unbedingte Objektivität stand. Sigloch entwickelt seine Darstellung jedoch am Computer, indem er aus hunderten von übereinandergelegten Aufnahmen gleichsam eine Essenz des Ortes schafft.
Dem Ausstellungsthema gemäß bildet die Darstellung des Menschen, speziell des Menschen am Fluss bzw. in Verbindung mit Wasser als ein Urelement, den zweiten großen Motivkreis. Silke Mathé aus Deutschland, Bogdan Mateiaş und Cosmin Paulescu aus Rumänien und Maja Vukoje aus Öster-reich gehen von einer realistischen Schilderung aus, deren Aussage durch Verfremdungen vertieft sein kann. Nilbar Güres aus Österreich, Bodo Rott aus Deutschland und Jelena Trajković aus Serbien setzen dagegen die menschliche Figur gleichsam in emblemhafter Funktion ein. Die innere Vorstel-lung prägt das Schaffen jedes Künstlers. Realität und Phantasie können jedoch darüber hinaus zu neuen eigenen Bildern verschmelzen. Oft verstärken Materialien, die für Malerei ungewöhnlich sind, deren Ausstrahlung. Bei den surrealen Werken von Franziska Degendorfer aus Deutschland, Ferenc Gnándt aus Ungarn und Biljana Stamenić aus Serbien sind das vorgefundene Elemente. Stark abs-trahiert sind die gemalten Kompositionen von Zita Bajor aus Ungarn und Delia Chausheva aus Bulga-rien. Von konzeptuellen Ansätzen gehen schließlich Zoran Pavelić und Ana Petrović aus. Beide Kroa-ten reflektieren in ihren Arbeiten die Situation als Künstler und die Welt des Kunstbetriebs.
So unterschiedlich wie Herkunft und persönliche Prägung der achtzehn Künstlerinnen und Künstler sind, so vielfältig ist ihre Art des Ausdrucks. Die Malerei der Donauländer zeigt in der Auswahl dieser Ausstellung, ein breites Spektrum an inhaltlichen und technischen Möglichkeiten. Dabei weitet sich das zugrunde liegende Thema in vielfältige Facetten. Die Künstler dieser Generation beschäftigen sich mit der politischen und persönlichen Situation des Menschen, mit Gemeinschaft, Nachbarschaft, Migration sowie mit der zeitlosen Erhabenheit der Natur, mit Fluss und Wasser als ursprünglichem Element - die jungen Kreativen entwickeln assoziative phantastische Vorstellungen, Mythen und vieles mehr.


Wanderausstellung

Parallel dazu werden - indem das Projekt als Wanderausstellung konzipiert wurde - die historische Entstehungsgeschichte des Gebietes und seiner Menschen wie auch die gegenwärtige Lage der Region berücksichtigt. Vor allem der Gedanke, die entstandenen Kunstwerke entlang des Flusses zu präsentieren, ist integraler Bestandteil des Konzeptes. Die Ausstellungsstätten sollen gemeinsame europäische Geschichte erinnern helfen. Die Kunstwerke werden dabei Medien, die den Donaustrom als „völkerverbindendes Geschenk der Natur“ zeigen und sowohl Ein- als auch Ausblicke ermöglichen.


Projektpartner

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg
Baden-Württemberg Stiftung
Donaubüro Ulm/Neu-Ulm
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm
Das Donauschwäbische Zentralmuseum wird gefördert von der Stadt Ulm, dem Land Baden-Württemberg und dem Be-auftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.


Katalog

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter mehrsprachiger Katalog mit 154 Seiten und 64 Farbabbildungen. Der Ausstellungskatalog beschäftigt sich mit den Kunstwerken, den Künstlern der Ausstellung und dokumentiert das Projekt.

 

Ausstellung

Im Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis 13. Oktober bis 25. November 2011, Eröffnung 13. Oktober 2011, 19.30 Uhr


Weitere Ausstellungsstationen

Rumänien Tulcea Januar-Februar 2012
Bulgarien Sofia März-April 2012
Serbien Novi Sad April-Mai 2012
Kroatien Osijek Juni-Juli 2012
Ungarn Pécs September-Oktober 2012
Slowakei Bratislava November-Dezember 2012
Österreich Krems Januar-Februar 2013
Deutschland Ingolstadt März-April 2013
Deutschland Ulm Abschluss Juni-August 2013

 

Donauschwäbisches Zentralmuseum (DZM), Schillerstr. 1, D-89077 Ulm, Tel. 0049/731/96254-0, Fax 0049/731/96254-200, info [at] dzm-museum [dot] de
Ort: 
Wanderausstellung
Ausstellungsdatum: 
13. Oktober 2011 - 31. August 2013