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Tagungsprogramm: Numinoses Erzählen: Das Andere – Jenseitige – Zauberische

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Tagung der Kommission für Erzählforschung in der dgv
Konrad-Martin-Haus, 06628 Naumburg-Bad Kösen, Am Rechenberg 3-5, und
Merseburg, Kulturhistorisches Museum, Hofstube

 

7. bis 10. September 2016

 

Numinoses Erzählen: Das Andere – Jenseitige – Zauberische

Das Numinose bezieht sich auf ein genuines Thema der Erzählforschung. Aus lateinisch numen „göttliche Macht, göttliches Walten, Wirken“ ist in der Erzählforschung eine Begrifflichkeit geworden, die zur Erklärung von Spezifika des Erzählguts und des Erzählens herangezogen wird. Helge Gerndt definierte für die „Enzyklopädie des Märchens“: „Das Numinose bezeichnet eine geheimnisvolle, übernatürliche Wirkkraft; etwas Jenseitiges von meist nur verschwommen wahrgenommener, unbestimmter Gestalt, das den religiös empfindenden Menschen erschreckt oder fasziniert.“

International tätige Wissenschaftler_innen aus Volkskunde, Theologie, von psychoanalytischen Schulen, Pädagogik, Kultur- und Religions-, Literatur- und Medienwissenschaften nutzen diese Kategorie der Erzählforschung zur Charakterisierung des Erzählten, der traditionellen und modernen Gattungen sowie medialen Erzählformen. Erscheint das Wunder als etwas Selbstverständliches? Wie wird eine „andere und zwar machtvollere und wesentlichere Wirklichkeit als die nur menschliche, profane, alltägliche“ erzählt? (Max Lüthi: Märchen, 1990, S. 7)

 

Programm

Mittwoch, 7. September 2016

14.00 Uhr

Eröffnung der Tagung und Grußworte

 

1. Stand der Forschung und Problematisierung des Konzepts

14.15-15.00 Uhr

Marco Frenschkowski (Leipzig):

Rudolf Otto und das Numinose: ein Rückblick auf ein Jahrhundert Forschungsgeschichte 

 

15.00-15.45 Uhr

Ruth B. Bottigheimer(Stony Brook, New York, U.S.A.):

Antikes Numinoses und moderner Zauber: wie sie sich in kurzen Erzählungen unterscheiden und
wie man die Unterschiede praktisch benutzen kann

 

15.45 -16.30 Uhr

Haringke Fugmann (Bayreuth):

Kirchliches Seelsorgeangebot als numinose Erfahrung

 

16.30 Uhr Kaffeepause

 

16.45-17.30 Uhr

Helmut Groschwitz(Berlin):

Numen und Numinoses bei Jacob Grimm

 

17.30-18.15 Uhr

Stephan Alder (Potsdam):

Numinose Erfahrungen und psychodynamische (analytische begründete) Psychotherapie

 

18.15-19.00 Uhr

Christian Abry, Fabio Armand, Marie-Agnès Cathiard (Grenoble):

Das Numinose in den Erzählstoffen der Alpen und des Himalayas:

ein neurokognitiver Rahmen als Grundlage übersinnlicher Erfahrungen in der Anthropologie

 

19.00 Uhr Abendessen, anschließend Führung im Romanischen Haus und der Käthe Kruse-Puppen-Ausstellung

 

Donnerstag, 8. September 2016

2. Gattungen, Formen, Medien und ihre Beziehungen zur Numinosität

9.00-9.45 Uhr

Bernd Rieken (Baden bei Wien):

Aspekte des Unheimlichen und Numinosen in der traditionellen Volkssage und modernen Sage

 

9.45-10.30 Uhr

Siegfried Neumann (Rostock):

Die Welt der mythischen Sage des 20. Jahrhunderts in Mecklenburg. Zum Wandel der Inhalte und Einstellungen

 

10.30-10.45 Uhr   Pausenkaffee

 

10.45-11.30 Uhr

Alfred Messerli (Zürich):

Warum gerade ich, oder: Über Zufälle und das Numinose

 

11.30-12.15 Uhr

Anna Jank (Wien):

Die Verarbeitung und Umsetzung von Numinosität im individuellen Konstrukt Lebensstil (nach A. Adler)

 

12.15-13.00 Uhr

Simone Stiefbold (Zürich):

Das Numinose im Schlafzimmer: Der ‚Schwarze Mann‘ als Erzählfigur zwischen eigenem Erfahren und
(populär-)wissenschaftlicher Einholung in Internetforen

 

13.00 Uhr Mittagspause

 

14.30-15.15 Uhr

Akemi Kaneshiro-Hauptmann (Berlin):

Numinoses in der Kinderwelt: Japanische Ungeheuer in der Anime-Serie „Yōkai Watch“