CfP für Kommissionstagung 2016: Action! Artefakt, Ereignis, Erlebnis (Zürich)

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Action!

Artefakt, Ereignis, Erlebnis

 

Tagung der Kommission „Kulturen populärer Unterhaltung und Vergnügung“

 

Universität Zürich, 2. bis 4. Juni 2016

 

Call for Papers

Ein zentrales Element der Populärkultur ist Action: Es geht um Grenzerfahrung und Risiko, Geschwindigkeit und Zerstörung. Zentrale Elemente sind daher Bewegung und Gewalt, Verfolgungsjagden und Massenkarambolagen, Wettkämpfe, Schlägereien und Schießereien, Krach und Explosionen. Die Gesetze der Schwerkraft scheinen oft ebenso aufgehoben wie die Grenzen menschlicher Kraft und Verwundbarkeit. Technisch ist ohnehin alles möglich!

 

Mit dem Begriff Action verbinden wir nicht nur bestimmte Genres populärer Unterhaltung, die wir konsumieren, oder Events, an denen wir passiv, aktiv oder interaktiv zu unserer Vergnügung teilnehmen, sondern auch eine herzustellende ästhetische Qualität sowie einen Erlebnismodus, der mit Spannung zu tun hat, mit bestimmten Sinneseindrücken, Emotionen und körperlichen Reaktionen. Ganz direkt oder nur scheinbar (wenn wir im Kinosessel sitzen) erfahren wir Geschwindigkeit bzw. Beschleunigung und spüren die Materialität von Dingen im Moment ihrer Zerstörung. Action lebt von Präsenzeffekten.

 

Bei der Herstellung von Action-Sequenzen in Spielfilm, Werbung oder Computer Game werden zentrale Action-Elemente durch special effects am Drehort bzw. visual effects in der Postproduktion simuliert. Erzeugt das Wissen um die Simulation eine besondere Form der Wahrnehmung durch die Zuschauer?

 

Worin besteht die Faszination? BUMM! sagt das Kind mit strahlenden Augen, wenn es die Lampe umwirft und es kracht! WUMM! oder KLIRR! lesen wir im Comic, wo es auch sonst knallt, quietscht und kreischt. Die einen reißt Action mit, die anderen rümpfen die Nase – zu viel Gewalt und zu viel unrealistischer Blödsinn, finden viele. Der Diskurs über Action bewegt sich in einem komplizierten Spannungsfeld von ‚Schund‘-Urteil und Lob der Technologie. Doch generieren nicht auch Action-Genres und Action-Events Sinn und Bedeutung?

 

Als kulturelles Phänomen bietet Action also Anlass für vielfältige Untersuchungen; im Fokus können dabei stehen:

-        Spezifische Artefakte als Produkte ästhetischen Formwillens

-        Action-Genres und ihre Entwicklung

-        Action-Events als kulturelle Ereignisse

-        Action als Erlebnismodus

-        AkteurInnen, RezipientInnen und Rezeptionssituationen

-        Action als diskursiver Gegenstand

-        ...

 

Wir bitten alle Interessierten, ihre Exposés (max. 3000 Zeichen) mit Themenvorschlag und Titel bis zum 30. November 2015 per E-Mail an ingrid [dot] tomkowiak [at] uzh [dot] ch, brigitte [dot] frizzoni [at] uzh [dot] ch und manuel [dot] trummer [at] sprachlit [dot] uni-regensburg [dot] dezu senden. Erwünscht sind sowohl Vorträge zu aktuellen, unpublizierten Forschungen als auch Arbeitsberichte aus laufenden Projekten. Die Länge der Vorträge sollte 30 Minuten nicht überschreiten. Eine Publikation der Beiträge im Rahmen der Schriftenreihe der KPUV ist geplant.