Kommission für Ostjüdische Volkskunde

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Kontakt

Vorsitzender: Dr. Claus Stephani (claus [dot] stephani [at] web [dot] de)
Tannenstraße 6, 85598 Baldham

 

Kurzbeschreibung

Am 27. November 1992 wurde in München die 10. wissenschaftliche Kommission der dgv – Vorsitzender Claus Stephani – gegründet und in der gemeinsamen Sitzung am 4./5. Dezember 1992 in Passau, gemäß § 15 der Satzung den Antrag der Kommission zur Aufnahme in die dgv, einstimmig befürwortet (s. dgv Informationen., F. 102, H. 1/1993, S. 9-10).
Zu den Hauptzielen der Kommission gehörten: Spurensuche (Aufzeichnung von Sitte und Brauch im alltäglichen Leben des ehemaligen ostjüdischen Schtetls), Dokumentation von deutsch-jüdischem und multiethnischem Zusammenleben in osteuropäischen Siedlungsgebieten, Gespräche mit Vertretern der ostjüdischen Landbevölkerung, Sammlung von Volkserzählungen und Erlebnisberichten, Veranstaltung von Dokumentarausstellungen.
Voraussetzungen zur Mitgliedschaft und Mitarbeit waren gründliche Kenntnisse der jiddischen Sprache und des hebräischen Alphabets sowie wenigstens einer osteuropäischen Sprache (Rumänisch, Ungarisch, Polnisch, Ukrainisch, Russisch).
Daher beschränkte sich die Zahl der Kommissionsmitglieder, die diese Vorbedingung einer effizienten Zusammenarbeit erfüllten, auf einen kleineren Kreis, der zwischen sieben und fünfzehn Forscher vereinte. Nachdem die meisten Mitglieder in osteuropäischen Ländern lebten und sich aus materiellen Gründen weder eine Mitgliedschaft in der dgv noch Reisen nach Deutschland leisten konnten, versuchten wir, unsere Sitzungen dort abzuhalten, wo uns ein Tagungsort kostengünstig oder kostenfrei angeboten wurde (dazu s. A.-J. Ilk, Tagungsbericht der Kommission für ostjüdische Volkskunde. In: dgv Information, F. 110, H. 1/2001, S. 14-15.)
Diese Treffen verliefen ähnlich wie die internationalen Symposien, die einst Paul Stieber (Deutsches Hafner-Archiv, München) in den 1970er Jahren in St. Justina (Osttirol) organisiert hatte. So wurden der Zeitspanne 1993-2009 insgesamt vierzehn Kommissionssitzungen abgehalten, die ersten beiden in München (26.6.1994) und in Jerusalem (16.6.1995). Danach traf man sich meist in Österreich, Ungarn und Rumänien.
Nach dem Tod von Prof. Kasimir Feleszko (Warschau/München), Baila Rosenberg, Mendel Friedmann (Viseu de Sus/Rumänien) und Dr. Eugen Glück (Arad/Rumänien) sowie dem Ausscheiden von drei anderen Mitgliedern, die nach Israel auswanderten bzw. sich von der Feldforschung im östlichen Karpatenraum zurückzogen und anderen Forschungsbereichen zuwandten, schrumpfte die Zahl der Mitglieder weiter.
Trotzdem hat die Kommission in knapp zwanzig Jahren elf Dokumentarausstellungen veranstalten können (in München, Augsburg, Graz, Ebersberg, Grafing, Vaterstetten, Wien und Viseu de Sus), die – wie aus den internationalen Pressestimmen ersichtlich – vielfältige Aspekte einstiger ostjüdischer Lebenswelten präsentierten. Highlights dieser Veranstaltungsfolgen mit internationaler Resonanz waren die Dokumentarausstellungen im Museum Ehemalige Synagoge Affaltrach (2005) und im Haus des Deutschen Ostens, München (2010).

Claus Stephani

 

Veranstaltungen

Ausstellungen und Veranstaltungen der Kommission für Ostjüdische Volkskunde:

22.4. – 25.6.2010: „Grüne Mutter Bukowina.“ Deutsch-jüdische Schriftsteller der Bukowina. Sprache als Heimat. Aspekte „innerlicher Beheimatung“. Eine Dokumentation in Handschriften, Büchern und Bildern. Ausstellungsräume im Haus des Deutschen Ostens, München. (Plakat, Flyer & Katalog, 9 Abb.)

25.4. – 25.5.2006: Rumänische Künstler der Moderne jüdischer Herkunft. Vertreibung und Neubeginn. Eine Ausstellung im Rahmen der Veranstaltungstage „Judaica, eine rumänische Präsenz in Europa. Podiumsgespräch und Debatten im Rumänischen Kulturinstitut Wien, als Serie des Rahmenprogramms Begegnungen, unter der Schirmherrschaft des Botschafters von Rumänien, Prof. Dr. Andrei Corbea-Hoisie. Podiumsgespräch (Plakat & Flyer).

11.9. – 9.11.2005: Zeugen aus dem ostjüdischen Alltag. Eine Dokumentation in Objekten und Bildern. Einführender Vortrag und Lesungen Dr. Claus Stephani, München, Vorsitzender der Kommission für Ostjüdische Volkskunde. Ehemalige Synagoge Affaltrach, Ausstellungseröffnung am Tag des offenen Denkmals, 10.9.2005 (Plakat & Flyer).

12. - 13.12.2003: Arbeitssitzung, Bericht der Arbeitssitzung vom 12.-13.12.2003

29.05. – 26.06.2003: Bunte Welt des Blechspielzeugs in Osteuropa. Lichthof im Rathaus Vaterstetten (Plakat & Flyer).

1.3. – 31.3.2002: Aus östlichen Kinderstuben. Ausstellung von Blechspielzeug und südrumänischen Tonfiguren in der Rathaus-Galerie Ebersberg (Plakat & Flyer).

27.10. - 29.10.2000: Tagung der Kommission für Ostjüdische Volkskunde. Anton-Joseph Ilk: Tagungsbericht. In: dgv Informationen, 1/01, März 2001, S. 14-15.

16.12.1998 - 16.1.1999: Spielzeug einer östlichen Kindheit. Ausstellung des Heimatmuseums Grafing in der Stadtbücherei (Plakat & Flyer).

28.1. – 14.3.1997: Zeugen aus dem ostjüdischen Alltag. Hausrat und Handwerk am Rande der Karpaten. Eine Dokumentation in Schriften, Objekten und Bildern, Ausstellung im Bukowina-Institut Augsburg. (Plakat & Begleitheft in der Schriftenreihe des Bukowina-Instituts Augsburg e.V., Band 5, 7 Abb., 2 Karten).

26.6. – 15.11.1996: Zeugen aus dem ostjüdischen Alltag. Hausrat und Handwerk am Rande der Karpaten. Eine Dokumentation in Schriften, Objekten und Bildern, Eine Ausstellung der Kommission für Ostjüdische Volkskunde in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde e.V. Bibliothek des Instituts für Deutschen und vergleichne Volkskunde der Ludwig-Maximilians-Universität, München (Plakat & Begleitheft, 7 Abb., 2 Karten).

22.4. – 10.5.1996: Zeugen aus dem ostjüdischen Alltag. Hausrat und Handwerk am Rande der Karpaten. Eine Dokumentation in Schriften, Objekten und Bildern. Ausstellung der KOJV zu Gastvorlesungen von Dr. Claus Stephani „Alltägliches Erzählen im östlichen Judentum“ am Institut für Germanistik. Großer Schauraum der Universitäts-Bibliothek der Karl-Franzens-Universität, Graz (Plakat, Flyer & Begleitheft, 7 Abb., 2 Karten).

16.11. – 12.12.1993: In der Erinnerung beheimatet. Deutsch-jüdische Stimmen aus der Bukowina. Eine Dokumentation in Schriften und Bildern. Veranstaltet von der Kommission für Ostjüdische Volkskunde, München, in der DGV e.V. und dem Verein Freunde Haidhausens e.V. Galerie Üblacker-Häusl, Herbergen-Museum des Münchener Stadtmuseums (Plakat, Flyer & Postkarten).


Pressestimmen, Auswahl:

Maja Wassermann: Kulturlandschaft Bukowina. Zu einer literarisch-künstlerischen Dokumentarschau in München (Nachdruck aus der Tageszeitung „Israel Nachrichten“, Tel Aviv, v. 15.7.2010). In: HDO-Journal (München), Nr. 8-9/2010, S. 36-38

Horst Fassel: Dichter-Leben aus Rumänien In: Siebenbürgische Zeitung (München), 60/8, 20.5.2010, S. 5.

Michaela Trost: Kulturlandschaft Bukowina. Literarische Dokumentarschau im Haus des Deutschen Ostens München. In: Siebenbürgische Zeitung (München), F. 7, 5.5.2010, S. 8.

Horst Fassel: Stephani, Claus, „Grüne Mutter Bukowina (...). In: Estudios Filológicos Alemanes. Revista del Grupo de Investigación Filología Alemana (Sevilla), vol. 21/2010, p. 390-391.

M. Eisenthaler: Jene vielen Namenlosen. Dokumentation zum Ostjudentum in der Synagoge von Affaltrach. In: Der Südostdeutsche (Augsburg), 55/12, 20.12.2005, S. 8.

m(aja) w(assermann): Rückschau in eine Lebenswelt. Dokumentarausstellung vom Rande der Karpaten in Affaltrach. In: Neue Kronstädter Zeitung (München), 21. Jg., F. 3, 29.9.2005, S. 8 (1. Abb).

Anna Conrad: Stumme Zeugen des Alltags. Ausstellung über ostjüdische Volkskultur in den Karpaten. In: Siebenbürgische Zeitung (München), 55. Jg., F. 15, 30.9.2005, S. 3.

Maja Martini: Habseligkeiten, ostjüdisch. Eine Ausstellung in der Synagoge Affaltrach widerlegt das Klischee vom „reichen Juden“ handfest und anschaulich. In: Kulturpolitische Korrespondenz (Bonn), Nr. 1209, 30.9.2005, S. 9-10.

Maja Wassermann: Zeichen gegen das Vergessen. Eine Ausstellung in Affaltrach erinnerte an osteuropäische Landjuden. In: David. Jüdische Kulturzeitschrift (Wien), Nr. 67/2005, S. 58-59.

* * * Imagini dintr-o lume disparuta. In: Realitatea evreiasca (Bukarest), Nr. 238-239/2005, p. 17.

Maja Wassermann: Wo es einst schwäbische Landjuden gab... Die Synagoge in Affaltrach / Zeugen einer verschwundenen Lebenswelt. In: Israel Nachrichten (Tel Aviv), Nr. 11162, 18.11.2005, S. 16.

Anna Conrad: „Zug der Pioniere. Nostalgische Rückschau / Blechspielzeug In: Siebenbürgische Zeitung (München), 53/10, 25.6.2003, S. 14.

* * * Stück vergangener Kinderstuben. Blechspielzeug im Rathaus Vaterstetten. In: Ebersberger Zeitung, Nr. 137, 17.6.2003, S. 5.

Larissa Vassilian: Kinderträume vergangener Tage. Im Rathaus Vaterstetten ist buntes Blechspielzeug zu sehen. In:Süddeutsche Zeitung EBE, Nr. 124, 31.5./1.6.2003, S. 6.

Sro: Kinderträume aus Blech in der Rathausgalerie. In: Münchener Merkur (Ebersberger Zeitung), Nr. 56, 7.3.2002, S. 5.

Sabine Radloff: Kinderträume aus Blech (...). In: Süddeutsche Zeitung EBE, Nr. 52, 2./.3.3.2002, S. 8.

M(aja) W(assermann): Nostalgie und Blechspielzeug. Ungewöhnliche Ausstellung eines siebenbürgischen Sammlers in Ebersberg. In: Siebenbürgische Zeitung (München), 52. Jg., F. 3, 28.2.2002, S. 7.

(Antje Krauss-Berberich): Faszination Blechspielzeug. Ausstellung mit Nostalgie. In: Ebersberger Stadtmagazin (Ebersberg), Nr. 2/2002, S. 1.

Sabine Radloff: Blecherner Blick ins Kinderzimmer. Claus Stephani zeigt in der Rathausgalerie in Ebersberg nostalgisches Blechspielzeug. In: Hallo. Grafing/Ebersberg, Nr. 9,27./28.2.2002, S. 12.

rak: Kinderträume werden nur noch einmal wahr. Sonntag letzter Tag der Spielzeugausstellung. In: Ebersberger Zeitung (Ebersberg), (...), 23./24.1.1999.

ack (d.h. Acker, Michael): Wovon Kinder träumten. In der Bücherei ist die Spielzeugausstellung des Heimatmuseums Grafing letztmals zu sehen. In: ENN, (...), 23./24.1.1999.

Martin Moeß: Blechspielzeug aus Osteuropa. Ausstellung eines Kronstädter Sammlers. In: Neue Kronstädter Zeitung (Freising), 14. Jg., Nr. 4, 17.12.1998, S. 12.

Christian Hufnagel: Die Vernissage der Spielzeug-Ausstellung in Grafing. Zurück in die Kindheit. In: Süddeutsche Zeitung (München), Nr. 281, 16.12.1998, S. 9.

Sabine Krietemeyer: Spielzeug der Kindheit. Heimatmuseum Grafing stellt in der Bücherei aus. In: Süddeutsche Zeitung (München), Nr. 280, 15.12.1998, S. 11.

* * * Tonkunst Siebenbürgens. In: Abendzeitung/AZ (München), 48. Jg., Nr. 271, 23.11.1998, S. 24.

Verena Baum: „Verschwundene Welt“ wurde wieder lebendig. Dokumentation zum Ostjudentum in Grazer Uni-Bibliothek. In: David. Jüdische Kulturzeitschrift (Wien), 8/30, Sept. 1996, S. 52-53.

* * * Kommission für Ostjüdische Volkskunde. [Zur Ausstellung Zeugen aus dem ostjüdischen Alltag. Hausrat und Handwerk am Rande der Karpaten.] In: dgv Informationen (Göttingen) F. 105, H. 2/Juni 1996, S. 4.

Anna Conrad: Heimat kann nicht weggebaggert werden. Im Rahmen jüdischer Gedenktage in München eine Dokumentation in Schriften und Bildern aus der Bukowina. In: Kulturpolitische Korrespondenz (Bonn), Nr. 887/888, 30.12.1993, S. 33-34.

Brigitte Nussbächer: „Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung.“ Am Rande einer Dokumentarschau jüdischer Schriftsteller und Künstler aus der Bukowina. In: David. Jüdische Kulturzeitschrift (Wien), 5/19, Dez. 1993, S. 24-25.

(Luzian Geier:) Kommission für Ostjüdische Volkskunde In der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde e.V. „In der Erinnerung beheimatet“ – Dokumentarausstellung Bukowiner Schriftsteller in München. In: Der Südostdeutsche (Augsburg), 45/11, 15.11.1993, S. 7.

Gina Berg: Erstmals im Üblackerhäusl – Erinnerung an deutsch-jüdische Kunst. Dokumentation aus der Bukowina. In: Münchner Stadtanzeiger, Nr. 45, 11.11.1993, S. 2.

Maja Wassermann: „In der Erinnerung beheimatet.“ Dokumentarausstellung Bukowiner Schriftsteller in München. In: Siebenbürgische Zeitung (München), 43/17. 31.10.1993, S. 7.

 

Publikationen

„Grüne Mutter Bukowina“. Deutsch-jüdische Schriftsteller der Bukowina. Eine Dokumentation in Handschriften, Büchern und Bildern. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung vom 22. April bis 25. Juni 2010. Haus des Deutschen Ostens: München, 2010. 48 S., 9 Abb.

Claus Stephani: Din activitatea Comisiei de etnografie evreiasca din estul Europei. Ciobanul Mendel Friedmann si croitorul Moses Pollak - doi povestitori populari din Viseu de Sus. [Zur Tätigkeit der Kommission für Ostjüdische Volkskunde (KOJV. Der Hirte Mendel Friedmann und der Schneider Moses Pollak - zwei Volkserzähler aus Viseu de Sus (Oberwischau)] In: Minoritarul imaginar, minoritarul real. Lucrarile Simpozionului international de antropologia minoritatilor, 7-9 mai 2003. Complexul Muzeal Arad, 2003. S. 402-421.

Zeugen aus dem ostjüdischen Alltag. Hausrat und Handwerk am Rande der Karpaten. Eine Dokumentation in Schriften, Objekten und Bildern. Begleitheft zur Ausstellung im Bukowina-Institut, Augsburg vom 28. Januar bis 14. März 1997. (Schriftenreihe des Bukowina-Instituts Augsburg e.V.: Band 5). Oral-History-Archiv der KOJV: München, 1997. 8 S., 7 Abb., 2 Karten.

Zeugen aus dem ostjüdischen Alltag. Hausrat und Handwerk am Rande der Karpaten. Eine Dokumentation in Schriften, Objekten und Bildern. [Begleitheft.] Eine Ausstellung der Kommission für Ostjüdische Volkskunde in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde e.V. 26. Juni bis 15. November 1996. Bibliothek des Instituts für Deutsche und vergleichende Volkskunde der Ludwig-Maximilians-Universität (...). München, 1996. 8 S., 7 Abb., 2 Karten.

Zeugen aus dem ostjüdischen Alltag. Hausrat und Handwerk am Rande der Karpaten. Eine Dokumentation in Schriften, Objekten und Bildern. [Begleitheft.] Ausstellung zur Gastvorlesung von Dr. Claus Stephani, „Alltägliches Erzählen im östlichen Judentum“ am Institut für Germanistik. 22. April – 10. Mai 1996, Universitäts-Bibliothek der Karl-Franzens-Universität Graz, 1996. 8 S., 7 Abb., 2 Karten.