CfP zur Zweiten Kommissionstagung: "Reine Glaubenssache? Neue Zugangsdaten zu religiösen und spirituellen Phänomenen im Prozess der Säkularisierung"

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Reine Glaubenssache?
Neue Zugangsdaten zu religiösen und spirituellen Phänomenen im Prozess der Säkularisierung

Zweite Tagung der dgv-Kommission für Religiosität und Spiritualität

 

Call for Papers

Die zweite Tagung der Kommission für Religiosität und Spiritualität will sich vom 25. bis 27. September 2014 in Würzburg dezidiert neuen und neuesten Formen von qualitativ-empirischen Forschungsformaten und Forschungserfahrungen im Feld religiöser und/oder spiritueller Phänomene zuwenden.

Frühere, ausschließlich der Frömmigkeitsforschung zugeordnete Phänomenanalysen erscheinen heute nicht mehr zeitgemäß, womit die Forderung nach neuen  Forschungsperspektiven nahe liegt, um die offenbar hybriden Erscheinungsformen religiös-spiritueller Praxen genauer zu beschreiben. Solche neuen Blickwinkel lassen sich nicht zuletzt von einer Erweiterung der Kontexte erwarten, in die die Forschungspraxis religiös-spirituelle Phänomene einspannt. Es können dabei bislang in diesen Zusammenhängen zu wenig beachtete Themenfelder, wie zum Beispiel Migration und Integration, Fankultur und Starkult, Kommerz und Event, kulturelles Erbe und Regionalität oder Gender und Geschlecht eröffnet werden.

Die Notwendigkeit einer Entgrenzung der Ansätze zur Erforschung von religiösen und spirituellen Phänomenen, mag im anhaltenden Prozess der Säkularisierung begründet liegen, die in hohem Maße hybride und mitunter flüchtige Phänomene entstehen lässt, wobei die dahinter stehenden Triebfedern und Dynamiken nahezu unüberschaubar geworden sind. Womöglich bieten derart erweiterte Perspektiven aber auch die Möglichkeit historische und damit scheinbar bekannte Erscheinungen des Religiösen neu zu beleuchten. In jedem Fall werden künftige Forschungen aufgrund der verstärkten Einbeziehung von Faktoren aus nichtreligiösen, alltäglichen Lebensbereichen wohl schnell an die Grenzen der bislang in den Blick genommener Daten- und Quellenbestände gelangen.

Forschende wie Lehrende des Faches und seiner benachbarten Disziplinen sind deswegen aufgefordert, das grundsätzliche Verständnis von Forschungen, die auf Religiosität und Spiritualität gerichtet sind, zu hinterfragen, die methodisch notwendigen Veränderungen der empirischen Basis bewusst zu reflektieren und anhand aktueller, exemplarischer Fragestellungen den Prozess einer Neuausrichtung und Gegenwartsorientierung dieses Forschungsfeldes aktiv mitzubestimmen.

Themenvorschläge/Abstracts zu bisher unveröffentlichten Forschungen im Umfang von ca. 200 Wörtern werden erbeten bis zum 28.02.2014 zu senden an:

 

Dr. Jochen Ramming M.A.                                                                Dr. Eike Lossin M.A.                
FranKonzept GbR ...im Dienst der Kultur...                                        Universität Würzburg
Schießhausstraße 15                                                                      Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde
D-97072 Würzburg                                                                          D-97074 Würzburg
kontakt [at] frankonzept [dot] de                                                                 eike [dot] lossin [at] mail [dot] uni-wuerzburg [dot] de