Bericht 2007/2008 der Arbeitsgruppe Sachkulturforschung und Museum

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Beim 36. Volkskundekongress 2007 in Mainz hatte die Arbeitsgruppe „Sachkulturforschung und Museum“ die Einladung an das Oberbayerische Freilichtmuseum Glentleiten angenommen. So fand nach der Tagung im Museum „Heimathaus Münsterland und Krippenmuseum Telgte“, die sich im Oktober 2006 den Problemen und Möglichkeiten von Religion und Frömmigkeit als Ausstellungsthema widmete, wieder einmal ein Treffen dieser Gruppe in einem Freilichtmuseum statt.

Vom 28. bis zum 30. Mai 2008 diskutierten Vertreter aus europäischen Museen und universitären Einrichtungen zum Thema „In die Jahre gekommen? Vom konstruktiven Umgang mit dem Erbe“ über ihre Arbeit. Es ging um „Erbe“ im umfassenden Sinn, bezogen sowohl auf die individuelle Geschichte einer Institution als auch auf die konkrete gegenständliche Überlieferung, etwa die Sammlungen und Archivbestände, die Ausstellungen, die Ausstellungsgebäude oder die ausgestellten Gebäude. Berücksichtigt wurden weiter Faktoren wie beispielsweise die Infrastruktur, die mehr oder weniger etablierte Erwartungshaltung der Besucher oder auch die Erwartungen seitens des Trägers. Der Erfahrungsaustausch war geprägt davon, dass die TeilnehmerInnen Häuser mit jeweils eigenem Profil und unterschiedlichen Inhalten, Ausrichtungen und Organisationsformen, Trägermodellen und Finanzierungsarten vertraten.

Die Abweichung vom üblichen zweijährigen Rhythmus sollte eine Überschneidung von Terminen vermeiden. Denn im Herbst 2008 tagte im Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseum Kiel-Molfsee zum ersten Mal die im Deutschen Museumsbund neu gegründete Arbeitsgruppe „Freilichtmuseen“. Nicht nur die Mehrung von Arbeitstreffen, in denen Vertreter von Freilichtmuseen aktiv sind, weist auf das besondere Engagement bei der Wahrnehmung der aktuellen Aufgaben, der Forschungstätigkeit und den Überlegungen zur Methodik und Organisation in diesem Museumstyp hin. Auch die Tagung an der Glentleiten belegte dessen wissenschaftliche fundierte Weiterentwicklung und zeigte zugleich großes Innovationspotenzial auf, beispielsweise im Bereich der Vermittlungsarbeit und Präsentationsformen. Vor allem aber haben die volkskundlichen Sammlungen in den Freilichtmuseen ihren unbestrittenen Platz, anders als in manchem Mehrspartenhaus.

In der Kommissionssitzung am 28. Mai 2008 berichtete Dagmar Neuland-Kitzerow aus der Arbeit des Hauptausschusses, dem sie als Vertreterin der Museums-VolkskundlerInnen angehört. Der nächste dgv-Kongress (Freiburg 2009) wird „Mobilitäten in Europa“ diskutieren und bietet auch den Museen die Möglichkeit, ein eigenes Panel einzubringen. (Nach der Tagung bildete sich unter der Leitung von Markus Walz eine Gruppe zur Vorbereitung eines Museumspanels, das später vom Hauptausschuss angenommen wurde). Zur Nachfolgerin von Frau Neuland-Kitzerow im Hauptausschuss schlug die Gruppe Anja Schöne vor, die sich als Kandidatin für die nächste Wahl gewinnen ließ. Hermann Heidrich stellte als Sprecher der neu gegründeten Arbeitsgruppe „Freilichtmuseen“ innerhalb des DMB diese Gruppe und ihr Anliegen vor, ein festes Forum für die Diskussion der spezifischen Belange von Freilichtmuseen zu konstituieren.

Für die nächste Tagung im Januar 2011 lud Claudia Selheim nach Nürnberg ins Germanische Nationalmuseum ein. Im Zentrum soll die Frage stehen, wie die unterschiedlichen Museumssammlungen weiter zu entwickeln sind, ein Thema, das die Arbeitsgruppe bereits bei den Treffen in Cloppenburg und Detmold beschäftigte.

Monika Kania-Schütz, Oberbayerisches Freilichtmuseum Glentleiten bei Murnau