Tätigkeitsbericht der Kommission Tourismusforschung für die Zeit von Oktober 2001 bis September 2003

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Über die 6. Arbeitstagung der Kommission Tourismusforschung in Lüneburg vom 25. bis zum 26. Mai 2001 (Thema: Erlebnis leben. Herstellung und Nutzung touristischer Welten) ist bereits an anderer Stelle berichtet worden. Ein Tagungsband mit den Referatbeiträgen wird in Kürze im LIT-Verlag erscheinen. Während des letzten Volkskundekongresses in Jena hat Irene Ziehe zu einem 7. Arbeitstreffen nach Berlin eingeladen. Diese Tagung zum Thema "Reisen zwischen Verortung und Entgrenzung" wird in der Zeit vom 14. bis 16. November 2003 im Museum Europäischer Kulturen in Berlin stattfinden.

Inhaltlich wird es vor allem darum gehen, sich aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln mit dem Phänomen der Entgrenzung auseinanderzusetzen, die als ein Charakteristikum des Tourismus und des Reisens im allgemeinen bezeichnet werden kann. Dieses Thema wurde schon im Rahmen vorangegangener Arbeitstagungen kontrovers diskutiert und hat sich als derart facettenreich erweisen, dass eine eigene Arbeitstagung hierzu angebracht erschien.

In Berlin werden nicht nur gegenwärtige Phänomene in Zusammenhang mit Verortung und Entgrenzung von Reisenden, Reisedestinationen und Reisezielen thematisiert, sondern wir wollen auch den historischen Dimensionen der Thematik nachzuspüren. Besonderes Augenmerk soll dieses Mal auch auf die Quellenkritik und die Methodik der vorgestellten Studien gelegt werden, denn nach mehr als zehn Jahren Tourismusforschung innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde ist es nun durchaus an der Zeit, Überlegungen zu einer Standortbestimmung hinsichtlich der Ziele und Erkenntnisinteressen einer qualitativen Tourismusforschung anzustellen.

Wie immer haben wir uns auch dieses Mal bemüht, Forscherinnen und Forscher aus Nachbardisziplinen anzusprechen. Gerade in der Tourismusforschung dürfen die Ergebnisse und Forschungsfragen anderer Disziplinen nicht ausgeblendet werden. Die Tagungen der Kommission Tourismusforschung boten in der Vergangenheit stets ein interdisziplinäres Diskussionsforum für unterschiedlichste Forschungsansätze, das nicht zuletzt auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Möglichkeit gegeben hat, die Ergebnisse ihrer Forschungen einem breiteren Publikum vorzustellen. Das setzt ein Klima gemeinsamen Arbeitens voraus, das wir auch in Berlin wieder herzustellen hoffen.

Eine Exkursion zum Thema "Fürst Pückler und die verortete und entgrenzte Natur", die uns in das "Naturerlebnis Biosphäre" im BUGA-Park Potsdam führt, wird die 7. Arbeitstagung der Kommission Tourismusforschung am 16. November 2003 abschließen.

Angesichts der Tatsache, dass die 7. Arbeitstagung der Kommission Tourismusforschung in diesem Jahr nur sechs Wochen nach dem Deutschen Volkskundekongreß stattfindet, haben wir auf ein gesondertes Kommissionstreffen während des Kongresses verzichtet. Alle Kommissionsangelegenheiten können und sollen im Rahmen des Arbeitstreffens im November besprochen werden. Im Rahmen von Referat- und Diskussionsbeiträgen sollte die Frage Berücksichtigung finden, ob wir mit der wissenschaftlichen Erforschung des Problemfeldes Tourismus noch den "richtigen" Weg beschreiten oder ob es Zeit ist für eine grundsätzliche Neubesinnung. Daher sollte in alle Referate eine kritische Methodenreflexion einfließen, die dazu beiträgt, die Methodologie einer qualitativen, interdisziplinären Tourismusforschung zu präzisieren und zu explizieren.

 

Für Nachfragen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Christiane Cantauw M. A., Volkskundliche Kommission f. Westfalen, Scharnhorststraße 100, D - 48151 Münster, Tel: 0251/8324398, E-Mail: c [dot] cantauw [at] lwl [dot] org