34. dgv-Kongress 2003: Ethnografie Europäischer Modernen: Ort - Arbeit - Körper

Druckfreundliche Ansicht

5. - 8. Oktober 2003 in Berlin

 

Ankündigung

Von den Sozial- und Geisteswissenschaften wurde in den letzten Jahren ein tiefgreifender Wandel der modernen Gesellschaftsordnung diagnostiziert. Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde will diesem Wandel aus ethnografischer Perspektive in seinen verschiedenen historischen wie aktuellen Ausprägungen nachgehen.

Konzepte von Ort, Arbeit, Körper sind zentrale Säulen der europäischen Modernisierung, die die gesellschaftlichen Imaginationen, Erwartungen, Zugehörigkeiten, aber auch die Handlungsstrategien und Identitätsmodelle der Menschen in Europa seit dem 18. Jh. wesentlich bestimmt und abgestützt haben. Darunter sammeln sich jeweils komplexe Entwicklungen und Problemstellungen:

OrtRaum und Identität, Territorialität, Ortsbezogenheit und Mobilität, Exklusion und Marginalisierung ...
ArbeitTransformation der Arbeitsgesellschaft, Soziale Ausgrenzung und Polarisierung, alte und neue Leitwerte ...
Körper  Technisierung und Kulturalisierung des Körpers, Körperbilder, Biopolitik, Life Sciences und Alltagslogiken ...


Dabei ist zu fragen:

  • Ob von einer Umwandlung oder Auflösung der gesellschaftlich-kulturellen Leitfunktion der Kategorien "Ort, Arbeit, Körper" gesprochen werden kann?
  • Welche sozialen und kulturellen Prozesse zu neuartigen Formierungen und Transformationen von gegenwärtigen Identitätsmodellen beitragen?
  • Was die Konsequenzen dieser Veränderungen für die Theorie und Praxis des Fachs Volkskunde / Europäische Ethnologie sind?

Die Wissenschaft "Volkskunde" ist selbst ein Produkt der Moderne. Sie entstand am Ende des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf die Veränderungen der sich industrialisierenden Welt, in der sie Kontinuität und Tradition behaupten wollte. Ihr Augenmerk galt dann im 20. Jahrhunderts vor allem den Brüchen und Verwerfungen, die die Modernisierung begleiten. Als historisch argumentierende Gegenwartswissenschaft hat die Volkskunde / Europäische Ethnologie mit ihren methodisch reflektierten Zugängen des genauen Beobachtens und des behutsamen Ethnografierens die Chance, die in den letzten Jahren diskutierten großen Theorieentwürfe mit empirisch gewonnenen Befunden zu konfrontieren, zu dementieren oder zu präzisieren.
 

Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Volkskunde
Einladende Institutionen:  Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin Museum Europäischer Kulturen, Staatliche Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz Museum für Kommunikation, Berlin
Ort:Humboldt-Universität zu Berlin, Hauptgebäude, Unter den Linden 6, 10117 Berlin

 

Termindatum: 
5. Oktober 2003 - 8. Oktober 2003
Tagungsort: 
Berlin